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Celler Garnison-Museum e.V.

DIGITALE AUSSTELLUNG

Von der Aufklärungsversuchsgruppe zur Drohnen Lehr- u. Versuchsstaffel

1972 – Internationale Ausbildung und Erprobung

ZEITLEISTE 1972 – Internationale Ausbildung und Erprobung

Internationale Ausbildung und Erprobung

Kleinzieldrohne KZD 1

Anfang 1971 befahl das Heeresamt die Erprobung von Zielflugkörpern für die Richtausbildung der Kanoniere der Heeresflugabwehrtruppe und der Luftwaffe. Die Kleinzieldrohne KZD 1 ähnelte einem handelsüblichen Modellflugzeug. Sie besaß eine Spannweite von etwa 1,20 Meter, bestand aus glasfaserverstärktem Kunststoff, verfügte über ein Fallschirmlandesystem und wurde von einem 40-cm³-TIGER-Motor angetrieben.

Die KZD 1 sollte ein kostengünstiges und ohne großen infrastrukturellen Aufwand einsetzbares Ausbildungsmittel darstellen. Nach erfolgreicher Erprobung begann vom 28. Februar bis zum 24. März 1972 ein Modelllehrgang zur Ausbildung des Bedienungspersonals. Die KZD-Gruppe wurde 1973 an die Heeresflugabwehrschule abgegeben.

Ausbildung der US Army und Erprobung in den USA

28. Juni bis 7. August 1972
In Celle-Wietzenbruch bildete die Drohnen LVsuStff 32 Soldaten der US Army am Drohnensystem AN/USD-501 aus.

Im Anschluss verlegten 65 Soldaten der Staffel gemeinsam mit dem US-Personal und rund 150 Tonnen Drohnengerät in die Vereinigten Staaten. Zum Gerät gehörten sieben Kraftfahrzeuge – drei 5-t-Lkw, zwei 1,5-t-Lkw und zwei VW-Busse – sowie drei 5-t-Anhänger und zwei 1,5-t-Anhänger. Der Lufttransport erfolgte mit zwei Transportflugzeugen vom Typ Galaxy und einer Globemaster.

In Fort Bliss, Texas, und anschließend in Fort Huachuca, Arizona, wurde das System unter amerikanischen Einsatzbedingungen erprobt. Zugleich wurde der Ausbildungsstand des zuvor in Deutschland geschulten US-Personals überprüft. Die Drohnen wurden außerdem gegen verschiedene Flugabwehrwaffensysteme der US Army eingesetzt. Die Versuchsreihe dauerte in Fort Bliss bis zum 13. September 1972 und in Fort Huachuca bis zum 16. Oktober 1972.

Weitere Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben

Die Drohnen LVsuStff war darüber hinaus an Entwicklung und teilweiser Erprobung weiterer Drohnen- und Sensorsysteme beteiligt. Der Originalbeitrag nennt unter anderem:

  • die Korpsaufklärungsdrohne KAD,
  • die Ringflügeldrohne Aerodyne,
  • die Fesselflugplattform Kiebitz,
  • die Weiterentwicklung der CL-89 zur CL-289.

Die CL-289 verfügte über größere Reichweite und konnte gleichzeitig zwei unterschiedliche Sensoren – optische und Infrarotkamera – tragen. Hinzu kamen Erprobungen verschiedener Kameratypen, von Seitensichtradargeräten sowie von Filmentwicklungs- und Auswerteeinrichtungen.